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Demotisch-Paläographisches Datenbank-Projekt (DPDP)

Das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim F. Quack und den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen Jannik Korte, M.A., Dr. Claudia Maderna-Sieben und Fabian Wespi, M.A., wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und hatte eine Laufzeit von 2018 bis 2025. Ziel des Demotisch-Paläographischen Datenbank-Projekts (DPDP) war die Entwicklung eines umfassenden digitalen Referenzwerks zur demotischen Paläographie auf der Grundlage eines digital erschlossenen Korpus beschrifteter Artefakte.

Das Bild zeigt das Logo des DPDP: Eine schematische Papayrusrolle mit kurzem demotischem Schriftzug.

Neuigkeiten und Aktualisierungen

Die im Rahmen des Projekts generierten digitalen Forschungsdaten werden derzeit in heiDATA, das Forschungsdatenrepositorium der Universität Heidelberg, überführt. Dort werden sie langfristig gesichert und der wissenschaftlichen Öffentlichkeit dauerhaft unter Verwendung persistenter Identifikatoren (DOIs) zugänglich gemacht. Bis zum Abschluss dieses Transfers bleiben die Daten weiterhin über den projekteigenen Webserver zugänglich, dessen Betreuung nach Abschluss des Projekts an das Ägyptologische Institut der Universität Heidelberg übergegangen ist. Die Webanwendungen Corpus, Palaeography, Full Text Search und Words des DPDP sind frei online zugänglich und werden auch künftig gepflegt und zur Verfügung gestellt. Nach der Überführung der Datenbanken in das Forschungsdatenrepositorium heiDATA wird auch Djehuti, die Webanwendung zur Erstellung digitaler Editionen, die derzeit nur mit eingeschränktem Zugang verfügbar ist, öffentlich zugänglich gemacht.

Das DPDP-Team wird auch weiterhin neue digitale Editionen erstellen und in die Datenbanken des DPDP integrieren. Die kontinuierliche Erweiterung des Korpus wird den Umfang und die Präzision der von den Webanwendungen bereitgestellten Recherche- und Analysemöglichkeiten weiter verbessern und sicherstellen, dass das DPDP auch künftig eine fortlaufend weiterentwickelte Forschungsressource für die demotische Paläographie und Philologie bleibt. Für weitere Informationen sowie für Anfragen zu Schulungen in der Nutzung der Webanwendung Djehuti wenden Sie sich bitte an den Projektleiter, die Mitglieder des Projektteams oder das Ägyptologische Institut der Universität Heidelberg.

Projektbeschreibung

Im Rahmen des DPDP wurde eine digitale Forschungsplattform entwickelt, die ein neuartiges Instrument zur Entzifferung, paläographischen Analyse und Edition demotischer Texte bereitstellt. Damit wurde ein seit Langem bestehendes Desiderat der Demotistik aufgegriffen und ein bedeutender Beitrag zur Dokumentation und wissenschaftlichen Erforschung demotisch beschrifteter Artefakte geleistet.

Das DPDP stellt die erste umfassende Paläographie des Demotischen dar, die nicht auf ein regional, zeitlich oder textsortenspezifisch definiertes Korpus beschränkt ist. Das Projekt erfasst ein breites Spektrum an Schriftträgern in ihrer chronologischen, geographischen, textsortenspezifischen und materiellen Vielfalt. Neben der systematischen Dokumentation sämtlicher relevanter Informationen zu den Texten und ihren materiellen Trägern wurden erstmals auch deren visuelle Merkmale systematisch erfasst und im Open Access zugänglich gemacht.

Auf dieser Grundlage wurde ein breites Spektrum an Recherche- und Analysefunktionen implementiert, das eine schnelle, präzise und umfassende Untersuchung vielfältiger Forschungsfragen sowie eine systematische Überprüfung der paläographischen und orthographischen Befundlage ermöglicht. Diese Funktionen erleichtern insbesondere die vergleichende Analyse orthographischer und paläographischer Varianten und ermöglichen es, einzelne Belege in ihren umfassenderen textuellen und paläographischen Kontexten zu untersuchen.

Damit stellt das Projekt der Demotistik und Ägyptologie ebenso wie benachbarten Disziplinen ein leistungsfähiges Forschungsinstrument zur Verfügung, das der Datierung und Lokalisierung demotischer Texte, der Identifizierung zusammengehöriger Fragmente und individueller Schreiberhände sowie der systematischen Untersuchung der diachronen und geographischen Entwicklung der demotischen Schrift und Sprache dient.

Zur Umsetzung dieser Ziele wurde im Rahmen des Projekts erstmals eine systematische Definition des demotischen Zeicheninventars erarbeitet und ein umfassendes, auf hieroglyphischem Unicode basierendes Transkriptionssystem entwickelt, das sämtliche graphischen Komponenten der demotischen Schrift systematisch erfasst. Dieses System wird als Bestandteil der im Projekt entstandenen Forschungsdaten im Forschungsdatenrepositorium heiDATA veröffentlicht. Auf dieser Grundlage wurden sowohl eine detaillierte Zusammenstellung der Zeichen und ihrer graphischen Varianten (Zeichenliste) als auch ein umfassendes Glossar zur Dokumentation unterschiedlicher Schreibungen einzelner Wörter (Wörterglossar) erstellt.

Die systematische Wiedergabe demotischer Texte in hieroglyphischer Transliteration erleichtert nicht nur die Interpretation komplexer Lesungen, sondern eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für die Lehre. Durch die Wiedergabe demotischer Schreibungen in hieroglyphischer Transliteration kann die ihnen zugrunde liegende graphische Struktur transparenter und leichter nachvollziehbar gemacht werden.

In der Webanwendung Djehuti wird dieser digitale Zeichensatz zur Kodierung der Texte und zur Erstellung annotierter digitaler Editionen beschrifteter Artefakte verwendet. Die strukturierte Kodierung und Annotation der Texte in Djehuti ermöglicht es den Bearbeiterinnen und Bearbeitern, schnell und systematisch nach Vergleichsbelegen zu recherchieren, und erleichtert deren unmittelbare Überprüfung und Verifizierung. Zugleich wird bei der Eingabe eines Textes automatisch eine vollständige paläographische Dokumentation seines Zeichen- und Wortinventars generiert. Dies erleichtert nicht nur die digitale Analyse erheblich, sondern bietet auch einen wesentlichen Vorteil bei der Erstellung gedruckter Texteditionen.

Publikationen

Digitale Editionen schrifttragender Artefakte von Fabian Wespi, Jannik Korte und Claudia Maderna-Sieben sind online zugänglich im Corpus des DPDP.

  • J. Korte, A Demotic Sign Definition, in: Enchoria 38, 2024, 65–80.
  • J. F. Quack, J. Korte, F. Wespi, C. Maderna-Sieben, Demotic Palaeography, in: V. Da-vies, D. Laboury (Hrsg.), The Oxford Handbook of Egyptian Epigraphy and Paleography, Oxford 2020, 605–617. 
  • J. F. Quack, Bemerkungen zur Struktur der demotischen Schrift und zur Umschrift des Demotischen, in: M. Depauw, Y. Broux (Hrsg.), Acts of the Tenth International Congress of Demotic Studies, Leuven, 26–30 August, 2008, OLA 231, Leuven/Paris/Walpole 2014, 207–242.
  • J. F. Quack, J. Korte, C. Maderna-Sieben, F. Wespi, Demotic Graffiti and Dipinti, in: I. Regulski, Tomb M12.3 at Asyut. A unique testimony from the 12th Dynasty, The Asyut Project 19, Wiesbaden 2024, 77–82. 
  • F. Wespi, On the Conception of the Character-Based Transliteration of Demotic in the Demotic Palaeographical Database Project, in: Enchoria 38, 2024, 137–151. 

Weitere Literaturhinweise

  • S. Miyagawa, The Demotic Palaeographical Database Project: A Digital Repository of Ancient Egyptian Demotic Script and Text Corpora.
  • NN, Review of the new TLA - Part one.