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Thebanische Beamtengräber

Das Projekt des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo unter der Leitung von Werner Kaiser, Rainer Stadelmann und zuletzt Daniel Polz befasste sich mit den Beamtengräbern der thebanischen Nekropole auf dem Westufer des Nils gegenüber vom heutigen Luxor. Es wurde 1969 in Kooperation mit dem Ägyptischen Antikendienst (SCA) gegründet und bis 1997 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt. Zu den Mitarbeitern gehörten u.a. die Heidelberger Ägyptologen Heike Heye (Guksch) und Eberhard Dziobek. 
 

Das Bild zeigt das Dorf Scheich Abd el-Qurna im Jahr 1994 in der Thebanischen Nekropole. Im Zentrum ist das moderne Dorf am Felshang zu sehen, dahinter die antike Nekropole.

Projektbeschreibung

Mit weit über 2000 Gräbern von Beamten des königlichen Hofes, der Landes- und der Tempelverwaltung ist die Thebanische Nekropole auf der Westseite des Nils gegenüber von Luxor einer der größten Friedhöfe des Alten Ägypten. Seine Anfänge reichen zurück in das Alte Reich, einen ersten Aufschwung nahm er zur Zeit des Mittleren Reiches, den Höhepunkt erlebte er während des Neuen Reiches. Das Projekt beinhaltet die Ausgrabung, Dokumentation und Restaurierung ausgewählter Gräber dieser Nekropole. Insgesamt wurden 20 Grabanlagen, vor allem aus der Zeit des Neuen Reichs im Nekropolenteil Scheich Abd el-Qurna, bearbeitet. Standen früher vor allem die textlichen und bildlichen Zeugnisse im Mittelpunkt des Interesses, so wurden nun die Gräber in all ihren Aspekten dokumentiert. Hierzu gehört die Architektur der ober- und unterirdischen Anlagen, die Dekoration der Wände mit ihren Texten und Darstellungen, die Ausstattung des mumifizierten Toten mit umhüllenden Särgen und Beigaben und die Zeugnisse des Totenkultes durch die Angehörigen. Neben dieser Erschließung der ersten Grablegung galt die Aufmerksamkeit darüber hinaus der gesamten Geschichte der Anlagen über ihre mehrfachen Wiederbenutzungen, Zerstörungen und Beraubungen bis hin zur Nutzung als Wohnquartier in koptisch/spätantiker Zeit.

Publikationen

Als Heidelberger Anteil an diesem Projekt wurden die folgenden thebanischen Gräber (abgekürzt: TT – Theban Tomb) in der Reihe Archäologische Veröffentlichungen (AV) des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo publiziert:

  • TT 61: E. Dziobek, Die Gräber des Vezirs User-Amun, AV 84, Mainz 1994.
  • TT 63: E. Dziobek, M. A. Raziq, Das Grab des Sobekhotep, AV 71, Mainz 1990.
  • TT 79: H. Guksch, Die Gräber des Nacht-Min und des Men-cheper-Ra-seneb, AV 34, Mainz 1995.
  • TT 81: E. Dziobek, Das Grab des Ineni, AV 68, Mainz 1992.
  • TT 85: H. Heye, Die Gräber des Amenemhab und des Pehsucher, AV 138, Wiesbaden 2023.
  • TT 87: H. Guksch, Die Gräber des Nacht-Min und des Men-cheper-Ra-seneb, AV 34, Mainz  1995.
  • TT 88: H. Heye, Die Gräber des Amenemhab und des Pehsucher, AV 138, Wiesbaden 2023.
  • TT 131: E. Dziobek, Die Gräber des Vezirs User-Amun, AV 84, Mainz 1994.
  • TT 343: H. Guksch, Das Grab des Benja, gen. Paheqamen, AV 7, Mainz 1978.
Das Bild zeigt den Blick von unten aus dem Grabschacht des Thebanischen Grabes TT 85. Eine Strickleiter führt aus dem Schacht hinaus.
Das Bild zeigt altägyptische Malerei aus dem Thebanischen Grab TT 79. Zu sehen ist der Grabherr beim Vogelfang im Papyrusdickicht, der von zwei Frauen begleitet wird.